Scan meets DVT – ein gewinnbringendes Zusammenspiel?

Technologien wie Intraoralscanner und DVT-Röntgengeräte treiben die Digitalisierung auf dem Dentalmarkt rasant voran. Für sich allein genommen sind die Vorteile eindeutig, doch was bringt ein Zusammenführen beider Datensätze? Wir klären auf.

Scan meets DVT – ein gewinnbringendes Zusammenspiel?

Wir haben bereits darüber gesprochen: Der Dentalmarkt wird digital und das nicht nur in puncto Praxis-Infrastruktur, sondern auch das zahnmedizinische und zahntechnische Handwerk betreffend.

Mit der digitalen Abformung und zunehmenden Verbreitung von DVT-Geräten bewegt sich insbesondere die Fachrichtung der Implantologie auf einer völlig neuen Spielwiese. Spielwiese? Ja genau. Es ist nicht alles Gold, was glänzt, oder: Wem bringt das Zusammenspiel dieser beiden digitalen Technologie eigentlich einen Vorteil?

Wir blicken in diesem Artikel gemeinsam mit Ihnen auf die Möglichkeiten, die sich durch das Matching von DICOM- und Scan-Daten ergeben. Schlussendlich sind es nämlich Sie ganz allein, die beurteilen werden, ob dieser Workflow Ihre Arbeit vorantreibt.

Ein Workflow. Zwei Konzepte.

Für sich allein genommen ist die Faktenlage eindeutig: Intraoralscanner sind präziser als die analoge Abformung. Eine Veränderung im Zeitverlauf kann leicht veranschaulicht werden. Die Visualisierung eines geplanten Eingriffs stärkt außerdem die Kommunikation zu Patient*innen und Kolleg*innen.

Ähnliches beim DVT: 3D-Röntgenaufnahmen dürfen zwar noch nicht zur Routinediagnostik in der Zahnmedizin eingesetzt werden, bieten allerdings implantologisch klare Vorteile. Digitale Implantatplanung oder die präzise Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum Nervus alveolaris inferior, um nur einige zu nennen.

Bevor wir auf den Nutzen vom Zusammenspiel beider Technologien eingehen, werfen wir einen Blick auf den Prozess:

Computer-guided surgery: Vom Daten-Matching zur Bohrschablone

Die Technik der computer-guided surgery beinhaltet die digitale Erstellung einer Bohrschablone am Computer, die dann mittels 3D-Drucker angefertigt wird. Wählbar bleibt, ob nur die Vorbohrung per Schablone erfolgt oder die gesamte Implantatinsertion via Schablone durchgeführt wird.

Bei dieser Vorgehensweise können Sie als Zahnärzt*in frei entscheiden, ob Sie die Implantatplanung, die Erstellung der Bohrschablone und den finalen Druck selbst in Ihrer Praxis durchführen oder beliebige Arbeitsschritte an ein Labor auslagern. Praxisressourcen und Erfahrung spielen hier eine entscheidende Rolle. Genauso kann die Herstellung der Schablone von einem dritten Unternehmen übernommen werden. In diesem Beispiel basiert die Implantatplanung auf der Software exocad. Genauso werden CAD-Module von anderen Software-Anbietern zur Verfügung gestellt.

Beispiel für einen digitalen Workflow auf Basis der Methode „computer guided surgery“ (Quelle: exocad)

Die Alternative: Navigated Surgery

Für diese Methode wird keine Schablone erstellt, sondern es werden sowohl Bohrung, Insertion als auch Instrumenten-Positionierung während des Eingriffs über 3D-Kameras überwacht. Der*die Behandler*in nutzt den Computerbildschirm, um live nachzuverfolgen, ob die Implantatposition angepasst werden muss. 

Zurück zu den Vorteilen

Worum es ja eigentlich geht: Was bringt das Datenmatching von Scan und DVT für die eigene Behandlung?

1. Planungssicherheit
Implantologie auf Basis dieser beiden dreidimensionalen Technologien ermöglicht insbesondere Einsteiger*innen Planungssicherheit, da die ideale Positionierung vorab am PC durchgeführt und mit Kolleg*innen besprochen werden kann. Doch nicht nur Newcomer sollten beim Stichwort Datenmatching aufhorchen – auch bei komplexen Behandlungsfällen wirkt die digitale Planung unterstützend. Beispielsweise kann ein Augmentationsbedarf frühzeitig erkannt und der Restknochen in einem stark atrophierten Kieferknochen ideal ausgenutzt werden.

2. Patient*innenkommunikation
Was Sie besser sehen können, stärkt auch die Kommunikation zu Ihren Patient*innen. Je anschaulicher eine Behandlung erläutert werden kann, desto größer wird das Einverständnis.

3. Absprache mit Kolleg*innen
Zuletzt verbessern die digitalen Planungskonzepte, die sich durch das Datenmatching ergeben, die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen, um schlussendlich fein abgestimmte Behandlungserfolge zu erzielen.

Fassen wir also zusammen: Die digitalisierten Prozesse vom Zusammenführen der Scan- und DVT-Daten lassen das Ergebnis der implantatgetragenen prothetischen Versorgung sicher planen – von der Augmentation bis hin zur ästhetischen Prothetik.

Und wer sollte die Finger von dieser Behandlungsweise lassen? Im Grunde niemand. Zu beachten bleibt trotzdem, dass nicht in jedem Fall eine Visualisierung der geplanten Behandlung medizinisch notwendig ist. Auch digitale Methoden sind nicht frei von Fehlern, sodass ein korrekter Umgang mit Hard- und Software für den Behandlungserfolg verantwortlich ist.

Aber wie wir bereits geschrieben haben: In Sachen Eigenständigkeit stehen Ihnen bei diesem digitalen Workflow viele Möglichkeiten offen. Sie können sich also problemlos mit Hilfe eines Dienstleisters wie einem Labor an den gesamten Prozess rantasten und nach und nach Schritte in Ihre Praxis aufnehmen.

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