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Von Null auf AHA!

Lea / 7. November 2018 / Praxiseinrichtung

Wir mieten Wohnungen, kaufen Waschmaschinen und leasen Autos. Wir zahlen monatlich unsere Smartphones ab und investieren einmalig in teures Mobiliar. Was anfänglich nur in der Automobilbranche möglich war, stellt Kunden heute auch auf weiteren Märkten wie dem Dentalmarkt vor die Frage: Kaufen oder leasen? Welche Finanzierungsalternativen lohnen sich für wen und was gibt es dabei zu beachten?

Damit zukünftig nicht allein der Gedanken an eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ungewollte Schweißausbrüche auslöst, möchten wir hier bei Null starten und mit der Klärung ganz grundlegender Begrifflichkeiten beginnen. Und weil unser Experte Felix Jancker vom Bankverein Werther das sehr viel besser macht als wir, haben wir ihm zu diesem Zweck ein paar Fragen gestellt.

Bild Felix Jancker
Unser Fachmann für Finanzierungen: Felix Jancker

Zahnarzt-Helden: Lieber Felix, wir haben ja gesagt, dass wir klein anfangen möchten. Was ein Kauf ist, weiß wohl jeder. Aber kannst du uns den Unterschied zwischen mieten und leasen erklären?

Felix: Grundsätzlich unterscheidet sich eine Miete vom Leasing durch den unbegrenzten Zeitraum. Beispielsweise sind Wohnungsmieten nur im Ausnahmefall befristet. Leasing ist im Vorfeld auf eine bestimmte Anzahl an Jahren festgelegt. Außerdem hat ein Leasingnehmer mehr Eigenverantwortung und sollte den geleasten Gegenstand unbeschadet wieder abgeben, sofern er ihn nach Ende des Leasingzeitraums nicht kaufen möchte. Mieter hingegen müssen, um beim Beispiel Wohnen zu bleiben, nur kleine Reparaturen aus eigener Tasche bezahlen. Wenn dann aber der Balkon abstürzen zu droht, kommt dafür [zum Glück] der Eigentümer auf. Der Service ist bei einer Miete inkludiert, könnte man auch sagen.

Zahnarzt-Helden: Apropos Eigentümer, in wessen Besitz sind denn Dentalgeräte, die ein Zahnarzt least? Gehören die noch den Herstellern?

Felix: Nein, in der Regel kaufen Leasinggesellschaften die Dentalgeräte vom Hersteller und der Zahnarzt zahlt seine monatlichen Raten dann an eine dieser Gesellschaften.

Zahnarzt-Helden: Damit nennst du das nächste Stichwort. Wer entscheidet über die Höhe des monatlichen Betrags? Habe ich als Zahnarzt ein Mitspracherecht?

Felix: Zum Teil. Der monatliche Betrag kann durch eine Anzahlung oder die Laufzeit vom Zahnarzt mitbestimmt werden. Der Rest der Leasingrate ergibt sich auf Grundlage der Bonität, also der Zahlungsfähigkeit eines Zahnarztes, welche durch beispielsweise die SCHUFA oder Crefo (Creditreform) ermittelt wird. Klingt gemein, aber je höher die Bonität ausfällt, desto geringer kann die Rate gewählt werden. Leasinggeber wollen so natürlich ihr eigenes Risiko möglichst klein halten.

Zahnarzt-Helden: Du hast anfangs erwähnt, dass eine Miete in der Regel für einen unbegrenzten Zeitraum erfolgt. Gibt es denn durchschnittliche Laufzeiten für Leasingverträge?

Felix: Das hängt stark davon ab, wie lange die Leasinggesellschaft mitmachen möchte. Bei Zahnärzten kommt es natürlich darauf an, wie lange das Gerät im Einsatz ist. Sechs bis acht Jahre sind sicherlich ein üblicher Richtwert.  

Zahnarzt-Helden: Und anschließend ist ein Restbetrag fällig, damit dem Zahnarzt das Gerät gehört?

Felix: Im Falle einer Teilamortisation schon. Teilamortisation meint, dass während des Leasingzeitraums nur ein bestimmter Teil des geleasten Objektes in das Eigentum des Leasingnehmers übergeht und erst nach Zahlung des Restwertes ein vollständiger Besitz erreicht wird.

Zahnarzt-Helden: Das klingt, als gäbe es noch eine Alternative.

Felix: Genau, bei der Vollamortisation wird der gesamte Kaufpreis während der Laufzeit des Leasingvertrages beglichen, wodurch sich höhere Leasingraten ergeben. Diese Variante eignet sich insbesondere für Objekte mit einem voraussichtlich geringen Zeitwert nach Vertragsablauf.

Zahnarzt-Helden: Jetzt haben wir schon ein grobes Bild von den Möglichkeiten, die es in puncto Finanzierung gibt. Zum Abschluss die entscheidende Frage: Für wen eignet sich denn nun ein Kauf und wer wird glücklicher mit Leasing oder Miete?

Felix: Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich ein Kauf eher für den Zahnarzt eignet, der ein Gerät länger als sieben Jahre besitzen möchte. Nach etwa sechs bis sieben Jahren ist nämlich der Break-Even-Point erreicht. Das wirtschaftliche Risiko fällt hier aber natürlich größer aus. Beim Leasing ist sicherlich die Kreditvergabe einfacher. Mieten oder leasen kann eine attraktive Variante für wechselwillige Zahnärzte sein, die beispielsweise immer auf dem neuesten Stand der Technik bleiben oder erst einmal ein bestimmtes Gerät testen möchten. Gerade in der heutigen Zeit ist Flexibilität ja nicht das schlechteste.