Viele Zahnärzt*innen wissen gar nicht, wie viel Potential in diesem Bereich verborgen liegt

In diesem Jahr feiert das Digitale Diagnostikzentrum (DDZ) sein 11-jähriges Bestehen. Angefangen, um die digitale Volumentomographie (DVT) als diagnostisches Werkzeug in der Zahnmedizin zu implementieren, hat sich das Freiburger Unternehmen bis heute zu einer vollumfänglichen Anlaufstelle für bildgebende Diagnostik im Mund- Kiefer- und Gesichtsbereich entwickelt. Ein deutschlandweit einzigartiges Konzept, über das wir mit Lisa Rottke-Gohlke, kaufmännische Geschäftsführerin, gesprochen haben.

Viele Zahnärzt*innen wissen gar nicht, wie viel Potential in diesem Bereich verborgen liegt

Zahnarzt-Helden: Liebe Lisa, mit welcher Motivation ist das DDZ im Jahr 2010 gegründet worden?

Lisa Rottke-Gohlke: Vor über zehn Jahren steckte die digitale
Volumentomographie im zahnmedizinischen Bereich noch in den Kinderschuhen – zumindest was die Verbreitung betrifft. Wir wollten mit dem DDZ die Aufmerksamkeit auf diesen Bereich der Röntgen-Diagnostik lenken und Zahnmediziner*innen dazu animieren, diese Technologie bei der Behandlung ihrer Patient*innen zu nutzen. Die Vorteile liegen bei vielerlei Indikationen mit deutlich besseren Therapieaussichten auf der Hand.

Das DDZ hatte damals somit einen stark kommunikativ geprägten Fokus, bei dem wir Praxen darüber aufgeklärt haben, wie sie DVTs in ihrem zahnmedizinischen Alltag integrieren können. Auf der anderen Seite gab es auch eine Reihe von Nutzer*innen, die plötzlich neuen Regularien ausgesetzt waren. Zu Beginn haben wir daher einige Altanwender*innenkurse durchgeführt – heute undenkbar, da Fachkundekurse heute die Voraussetzung zur Arbeit mit einem DVT sind.

Zahnarzt-Helden: Wo setzt das DDZ gegenwärtig seinen Fokus?

Lisa Rottke-Gohlke: Die Arbeit des DDZ steht auf drei Säulen: Zum
einen nutzen Praxen, die selbst kein DVT haben, unseren Service und überweisen ihre Patient*innen zu uns. Wir fertigen die Röntgenaufnahme an und stellen eine Diagnose. Mit zunehmender Verbreitung von DVT-Geräten nimmt dieser Anteil jedoch ab.


Wesentlich größer ist unsere zweite Säule als Fortbildungsinstitut. Hier bieten wir eine Bandbreite an Kursen: Ob Pflichtkurse wie die
DVT-Fachkunde, Aktualisierungskurse oder weiterbildende Veranstaltungen wie unser Bootcamp, bei dem es darum geht, diagnostische Sicherheit zu gewinnen, – die Nachfrage ist enorm.

Unsere dritte Säule umfasst unseren Befundungsservice, bei dem Praxen selbst Röntgenaufnahmen anfertigen und unsere Expertise zur Diagnostik
anfragen. Dabei sind die Beweggründe völlig verschieden: Einige Praxen wollen Zeit sparen, während sich andere in der Therapieplanung absichern möchten.

Zahnarzt-Helden: Warum ist es wichtig, dass es das DDZ gibt?

Lisa Rottke-Gohlke: Mit unserem breiten Angebot füllen wir eine Lücke, die in Deutschland bislang noch nicht besetzt ist. Wir bieten jeglichen Service rund um Mund-, Kiefer- und Gesichtsröntgen an nur einem Ort an. Dieses Gesamtpaket gepaart mit jahrelangem Fachwissen ist derzeit einzigartig.

Zahnarzt-Helden: Welche Kompetenzen sind im DDZ vereint?

Lisa Rottke-Gohlke: Das Besondere am DDZ sind die außergewöhnlichen Werdegänge und Lebensläufe der Ärzte und auch des Teams.
Dirk Schulze ist Zahnmediziner und Radiologe und hat einen ausgeprägten Gesamtblick auf Technologien. Dennis Rottke ist Zahnarzt und zusätzlich technischer Mediziner, der die Funktionsweise von Geräten durchweg hinterfragt. Beide haben die letzten zehn Jahre damit verbracht, sich vollständig auf die Mund-, Kiefer- und Gesichtsradiologie zu fokussieren und alles an Weiterbildungen in diesem Bereich wahrzunehmen. Sowohl diese Kombination an Wissen als auch eine derartige Leidenschaft für die Thematik halte ich für ausgesprochen wertvoll.

Zahnarzt-Helden: Eines euer Angebote umfasst die DVT-Fachkunde – inwiefern unterscheidet ihr euch von anderen Anbietern?

Lisa Rottke-Gohlke: Wir verkaufen nicht, wir lehren. Aufgrund der einzigartigen hauseigenen Expertise legen wir bei unseren Veranstaltungen einen sehr hohen Anspruch an den Tag – nicht nur an die Teilnehmenden, sondern auch an uns selbst. Es kommt manchmal vor, dass Zahnärzt*innen bei uns einen Kurs besuchen, den sie bereits bei einem anderen Anbieter absolviert hatten – eben weil wir unsere Teilnehmer*innen bestmöglichst ausgebildet in den Praxisalltag entlassen.

Insgesamt halte ich es für problematisch, dass prinzipiell jede*r die DVT-Fachkunde anbieten darf, die*der das Zertifikat selbst besitzt. Wir als DDZ gehen darüber weit hinaus und wollen vielmehr als als Vorreiter für Anwendungen rund um die digitale Volumentomographie gelten.

Zahnarzt-Helden: Bei so viel Tatendrang: Was sind eure Zukunftspläne mit dem DDZ?

Lisa Rottke-Gohlke: Ob in Bezug auf unser eigenes Wachstum oder in Kontakt mit unseren überweisenden Partnern – wir erleben jeden Tag, dass es an gut geschultem Nachwuchs fehlt. Kein Wunder, denn die Röntgen-Ausbildung nimmt derzeit nur einen kleinen Teil des zahnmedizinischen Studiums ein. Momentan braucht es etwas ein halbes Jahr, um Zahnmedizinerinnen auszubilden, eigenständig Befunde nach unseren Maßstäben schreiben zu können.

Wir wollen das nun ändern, indem wir einen eigenen Studiengang in Kooperation mit der DTMD University for Digital Technologies in Medicine and Dentistry Luxembourg ins Leben rufen. Dieser medizinische Masterstudiengang, der im Januar 2022 startet, stellt die erste Alternative zu den stark in Strukturen gepressten Weiterbildungen im Medizinsektor dar. Viele Zahnärzt*innen wissen gar nicht, wie viel Potential in diesem Bereich verborgen liegt. Auf der anderen Seite besteht auch immer das Risiko, für falsche Diagnosen rechtlich belangt zu werden. Eine umfassende Ausbildung kann dem vorbeugen.

Zahnarzt-Helden: Zum Abschluss: Warum bist du gerne Teil des DDZ?

Lisa Rottke-Gohlke: Als erste Mitarbeiterin ist das DDZ wie mein eigenes Kind, dem ich beim Wachsen geholfen und zugesehen habe. Wir haben mit unserem tollen Team Strukturen aufgebaut, die nachhaltig etwas verändern können. Und auch wenn ich nie gedacht habe, mich darüber so sehr zu freuen: Wir können uns momentan vor Arbeit nicht mehr retten!

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