Der Intraoralscanner als Türöffner in die digitale Welt

Dr. Amelie Ackemann aus Bensheim berichtet uns, wie und warum sie ihre Praxis digital aufgestellt hat. Außerdem erklärt sie, welche Rolle Halbfertigteile einnehmen und welche Vorteile sich durch Dienstleistungen wie SMILES ergeben.

Der Intraoralscanner als Türöffner in die digitale Welt

Viele Zahnärzte nutzen bereits Intraoralscanner in Ihrer Praxis. Meist wird dabei primär festsitzender Zahnersatz in Form von Kronen und Brücken im digitalen Workflow gefertigt. Immer schneller kommen jedoch auch neue Materialien, Geräte und Produkte auf den Dentalmarkt. Dabei ersetzen einige Lösungen klassisch analoge Workflows und andere bieten komplett neue Wege.

In diesem Artikel erfährst Du, welche zahnärztlichen Leistungen wir mit unserem
Intraoralscanner damals umgesetzt haben, wie sich unser Leistungsumfang nach
mittlerweile ca. zwei Jahren digitaler Abformung weiterentwickelt hat und wie Du mit SMILES so flexibel bleibst, dass Du auch zukünftig von Neuerungen profitieren kannst!

So ging’s los

Begonnen hat bei uns alles mit dem Kauf des Intraoralscanners. Folgende Gründe haben uns damals davon überzeugt die Abdrucknahme zu digitalisieren:

  • hohe Präzision und Berechenbarkeit
  • bessere Kontrollmöglichkeiten und visuelles Feedback
  • schnellere Übermittlung der Scandaten an das Labor & anschließender Herstellung des Werkstücks
  • mehr Flexibilität für die Praxis in Zusammenarbeit mit externen Laboren
  • hoher Komfort und Marketingeffekt für die Patienten
  • digitale Visualisierung des Behandlungsziels
  • dauerhafte Verfügbarkeit der Scandaten & vereinfachte Archivierung ohne den Platzbedarf von klassischen Gipsmodellen

Besonders wichtig war uns, bei der Kaufentscheidung des Scanners in ein freies System zu investieren, das uns nicht auf einzelne Fertigungsmöglichkeiten beschränkt.

Schon gewusst?
Auch im digitalen Workflow können analoge Fertigungsschritte weiterhin durchgeführt werden. Dazu werden die digitalen Daten mithilfe eines 3D-Druckers in ein gedrucktes Modell umgesetzt und es kann analog weitergearbeitet werden. So sind dem digitalen Abdruck auch in der analogen Weiterverarbeitung keine Grenzen gesetzt.

Wir haben uns damals für den Medit i700 entschieden. Eingesetzt haben wir ihn vorerst zum Scannen von Einzelzahnversorgungen. Durch den hohen Komfort und die oben genannten Vorteile steigerten wir jedoch zügig die Schwierigkeitsgrade und setzten auch größere Fälle digital um.

Angeschlossen an unsere Praxis betreiben wir ein eigenes Zahntechniklabor, in dem Presskeramik verarbeitet wird. Für uns hat daher, besonders zu Beginn und für Standardfälle, eine Kombination aus digitalem und analogem Verfahren am meisten Sinn gemacht. Dabei wird das Werkstück nach dem Scan von unserem Zahntechniker digital designt, dann mit dem 3D-Drucker ausbrennfähig ausgedruckt, anschließend angestiftet und dann auf analogem Weg gepresst.

3D-Druck

Beim 3D-Druck handelt es sich um ein sogenanntes additives Verfahren, bei dem als Material entweder ein Resin (Kunstharz) oder mittlerweile auch biologisch abbaubare Maisstärke eingesetzt werden kann. Die Besonderheit: Der schichtweise Aufbau des Werkstücks erlaubt fast jede denkbar mögliche Geometrie. 3D-Drucker werden immer erschwinglicher und sind daher immer häufiger in Zahnarztpraxen zu finden.

Die Arbeit mit Halbfertigteilen

Um auch Brückenversorgungen oder Einzelzahnversorgungen mit notwendiger erhöhter Materialstabilität anbieten zu können greifen wir auf sogenannte Halbfertigteile zurück, die dann in der Praxis fertiggestellt werden. Das hilft uns auch, wenn unser Labor stark ausgelastet ist und wir flexibel darauf reagieren möchten.

Keramische Halbfertigteile werden meist gefräst und bieten daher ein großes Materialspektrum, auch für hochfeste Keramiken. Besonders für Praxen ohne eigenes Zahntechniklabor, die auf die Anschaffung einer eigenen Fräse verzichten und genauso flexibel wie wir bleiben möchten, ist die Arbeit mit
Halbfertigteilen sinnvoll.

Was sind Halbfertigteile?

Mit den Halbfertigteilen von SMILES profitierst du vom digitalen Workflow und bleibst dabei flexibel bei der Einführung von neuen Materialien und Produkten. Zusätzlicher Vorteil: Du benötigst keine eigene Fräse! Nachdem Du Zahnarzt-Helden die Scandaten gesendet hast, wird das Werkstück für Dich designt und anschließend als Halbfertigteil zugesendet. So hast Du die Möglichkeit in der Praxis noch das sogenannte “Finish” durchzuführen, bei dem das Werkstück bemalt wird und seinen Glanzbrand erhält. Dadurch behältst Du gleichzeitig einen großen Teil des Laborumsatzes in Deiner Praxis.

So ging es bei uns weiter

Nachdem wir die Herstellung von festsitzendem Zahnersatz vollständig auf den digitalen Workflow umgestellt hatten und bereits der zweite 3D-Drucker eingezogen war, führten wir weitere digitale Workflows in unseren Praxisalltag ein. Dazu gehören 3D-gedruckte Bohrschablonen für die navigierte Implantologie und Funktionsschienen für CMD-Patienten. Auch diese können wieder entweder selbst im Zahntechniklabor designt und produziert oder bei externen Dienstleistern bestellt werden.

Bei der digitalen Herstellung von herausnehmbaren Zahnersatz greifen wir mittlerweile häufig auf Modellgussgerüste zurück, die durch Lasermelting produziert wurden. Auch 3D-gedruckte Prothesenkunststoffe haben mittlerweile Einzug in die Praxis erhalten. Bei herausnehmbarem Zahnersatz lieben wir die Flexibilität, mit dem digitalen und auch dem kombiniert digital/analogen Weg arbeiten zu können.

Was ist Lasermelting?

Lasermelting ist, ähnlich dem 3D-Druck, ein additives Verfahren. Dabei wird Metallpulver per Laser geschmolzen und in sehr feinen Schichten als dreidimensionales Objekt aufgebaut. So können extrem flexibel komplexe Geometrien aufgebaut werden. Auch sehr große Spannen sind umsetzbar. Als Materialien sind unter anderem Kobalt-Chrom, Titan und Gold möglich.

Fazit

Die Digitalisierung bietet der Zahnmedizin neue Möglichkeiten, Indikationen und verbesserte Werkstoffeigenschaften. Die Umsetzung erfolgt dabei nicht nur in der Praxis, sondern auch bei externen Dienstleistern. So können Behandler auch neue Verfahren anwenden, ohne jedes Gerät und jeden Workflow immer in der eigenen Praxis einführen zu müssen.

Alleine die Anschaffung eines Intraoralscanners eröffnet unzählige neue Möglichkeiten, einerseits effizienter zu werden, aber auch um neue Lösungen für unsere Patienten umzusetzen. Besonders die Arbeit mit Halbfertigteilen ermöglicht es den Praxen, auch ohne eigenes Zahntechniklabor überschaubare Schritte der Fertigung und damit auch einen beachtlichen Teil des Laborumsatzes in der Praxis zu behalten und gleichzeitig extrem flexibel zu sein.

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